Die Syrisierung des Libanon

April 2, 2013 in Christian Thuselt, Libanon

Die momentan schlechteste Nachricht für den fragilen Libanon ist, dass der Krieg im benachbarten Syrien mit unverminderter Härte weitergeht. Und leider steigt somit auch die Gefahr einer Ansteckung. Wir wollen mal einen kleinen Blick auf die aktuelle Entwicklung eines Konfliktes werfen, der weniger denn je ein rein syrischer ist.

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Die Bombe von Beirut

Oktober 26, 2012 in Christian Thuselt, Libanon, Syrien

Die Bombe die Ende vergangener Woche die Ibrahim-Monzer-Straße im Ostbeiruter Stadtteil Ashrafiyyah erschütterte, scheint den Libanon wieder etwas näher an einen möglichen Bürgerkrieg gerückt zu haben. Die Betonung liegt dabei auf scheinen. Denn trotz aller Schwarz-Weiß-Rhetorik der beteiligten politischen Akteure, bei der für das kleine Wort „vielleicht“ schon seit einigen Jahren so wenig Platz bleibt, stellt für die meisten Libanesen ein Bürgerkrieg ein Horrorszenario dar, das sie dringend vermeiden wollen.

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Ein dringender Aufruf

Oktober 22, 2012 in Christian Thuselt

Statt eines Artikels heute ein dringender Aufruf. 
Ich möchte auf diese Weise die nachfolgende e-mail einer Kollegin aus Beirut
veröffentlichen, weil die Angelegenheit mir besonders am Herzen liegt, da 
ich selbst dort seit einem halben Jahr arbeite und die Sache leider 
keinen Aufschub duldet. 
Ich kenne die Kollegin seit 2 Jahren so wie auch eine weitere der 
Mitbegründerinnen des u.g. Vereins und schätze sie als unbedingt 
zuverlässig ein. 
Sarah Djavid-Khayati lebt seit Jahren im Libanin und kennt die betroffene Familie auch persönlich.  
Die mail ist mir auch aus eigener leidvoller Erfahrung in der Familie 
mit Leukämie besonders wichtig. Leider ist diese Krankheit nicht 
überall heilbar, ganz besonders nicht ohne die nötigen Finanzen.  
Das u.g. Mädchen ist im Libanon an Leukämie erkrankt und wird 
ohne Knochenmarksspende sterben. 
Im Libanon behandeln Krankenhäuser generell nur gegen Bares, wer nicht 
zahlt, wird schlichtweg auf die Straße gesetzt. Vor einigen Jahren ist 
auf diese Weise bspw. ein palästinensisches Kind verstorben, da die 
Eltern die Behandlungskosten nicht weiter tragen konnten. 
Dem u.g. Kind fehlt noch eine größere Summe, die jedoch auch mit 
kleineren Beträgen aufzubringen wäre. 
Ich selbst habe heute bereits gespendet und möchte Euch/Sie alle 
ganz herzlich bitten, ebenfalls einen Beitrag zu leisten, soweit es 
Euch/Ihnen möglich ist. 
In einer berühmten jüdischen theologischen Schrift heißt es 
„Wer immer ein Menschenleben rettet, hat damit 
gleichsam eine ganze Welt gerettet.“ Ich wäre Euch/Ihnen allen sehr dankbar, 
wenn auch Ihr/Sie einen 
solchen kleinen Beitrag zu einem kleinen bißchen Weltrettung 
beisteuern könntet/könnten.

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Zwischen Elite und letztem Aufgebot: Der syrische Sicherheitsapparat als wesentliche Stütze des Systems, Teil 2

August 27, 2012 in Christian Thuselt, Syrien

Insbesondere nachdem in Syrien der Kampf um die beiden Zentren des Landes – Damaskus und Aleppo – begonnen hat, hängt Bashar al-´Asad wie nie zuvor von seinen Bewaffneten ab. Im ersten Teil unserer Miniserie über den syrischen Sicherheitsapparat haben wir uns mit dem engeren Umfeld Bashar al-´Asads und seinen Elitetruppen befasst. Diesmal wollen wir die beiden noch ausstehenden „Ringe der Macht“ analysieren: Die Halb- und Inoffiziellen sowie den Rest der Armee.

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Zwischen Elite und letztem Aufgebot: Der syrische Sicherheitsapparat als wesentliche Stütze des Regimes, Teil 1

August 13, 2012 in Christian Thuselt, Syrien

Viel ist geschrieben worden über Reformen oder Kontaktgruppen, Konfession oder Kooptation, Parteien oder die Damaszener Bourgeosie – auch von uns. Entscheidend aber werden am Ende nur die Bewaffneten sein. Man ist versucht zu sagen: Das syrische Regime ist zu seinen Ursprüngen zurückgekehrt.  Höchste Zeit also  für uns, sich einmal mit ihnen in einer kleinen zweiteiligen Serie zu beschäftigen.

 

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Die Welt zu Gast beim Investmentfonds oder die Maus die brüllte

Juni 9, 2012 in Christian Thuselt, Golfmonarchien

Qatar und die WM 2022

Es ist Ausnahmezustand angesagt – Fussballeuropameisterschaft. Und da das Fussballfieber nun schon mal grassiert, lassen wir doch auch www.fokus-nahost.de davon erfassen. Denn da behaupte noch jemand, Fussball wäre nicht politisch und hätte mit dem Nahen Osten nichts zu tun. Und ob!

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Vom Rauschen im Leserbriefwald, der syrischen Opposition und dem „Heißsporn“ al-`Ar`ur

Mai 9, 2012 in Christian Thuselt, Syrien

  • um mir Menschen die nach Brot anstehen anzuschauen …muss ich nicht nach Syrien reisen, da reicht schon jede etwas größere Deutsche Stadt!  [...]
  • Nun hat man mal wieder die Katze aus dem Sack gelassen, es geht also gar nicht um die Menschen in Syrien, sondern um den Sturz Assads im Interesse des “Westens” durch die ach so “friedlichen Rebellen”.
  • Das in Syrien gewählt wurde interessiert natürlich nicht! 7000 Kandidaten haben sich für die Ca 200 sitze im Parlament beworben. Die Opposition boykottiert die Wahlen. Die sind ja auch zu sehr.mit bomben bauen beschäftigt
  • Wenn sich jemand Geld sparen will, indem er für Brot ansteht, um sich dafür danach mit dem Geld etwas anderes zu kaufen, dann ist das nicht notwendigerweise ein Zeichen von Armut. Und Geld um sich Brot im Supermarkt zu kaufen hat [...]
  • Dem dusseligen “Westen” ist anscheinend überhaupt nicht klar, was er sich da wünscht…
  • Wäre mal an der Zeit zu erwähnen um was sich wirklich handelt, nämlich um die riesigen Gasreserven, laut Voltairenet.org, die grössten bisher bekannten Reserven, die sich auf syrischem Gebiet befinden. Daher das plötzliche Interesse [...]
  • Wagt es etwa Syrien sein Öl in anderen Währungen als den Dollar zu verkaufen ? Libyen und der Irak wollten das auch. Und der böse Iran tut das auch.
Dies ist nur eine kleine Auswahl der Leserreaktionen auf EINEN EINZIGEN Spiegel-Artikel. 
Selten hatten die Berufszyniker, Stammtischgeneräle und sogenannten “kritischen Geister” solche Konjunktur wie momentan angesichts des Aufstandes in Syrien. Immer wieder geht es dabei um die Frage einer angeblichen islamistischen und konfessionalistischen Revolte in diesem Staat. Wir wollen in diesem Artikel diese Frage einmal ganz ohne das übliche verschwörungstheoretische Brimborium diskutieren.

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Kurzfristig im Sattel, langfristig im Ausverkauf

März 12, 2012 in Christian Thuselt, Syrien

Zunächst einmal das Traurige vorweg: in Syrien tobt längst ein Bürgerkrieg und dieser sichert dem Regime al-´Asad kurzfristig das Überleben. Mittel- bis langfristig hingegen wird dieses kaum überleben können. Eine ihrer ideologischen Legitimation weitgehend entkleidete Familiendiktatur scheint in der arabischen Welt kaum mehr akzeptabel.

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Zur (Un-)Wirksamkeit internationaler Sanktionen

Februar 7, 2012 in Christian Thuselt, Libyen

Das Beispiel Libyens

Die EU hat hart wirtschaftliche Sanktionen gegen den Iran beschlossen. Künftig soll also ab dem 01. Juli 2012 einer der größten Binnenmärkte der Welt, wie zuvor schon der nordamerikanische, ohne iranisches Öl auskommen. Und auch China zeigt vorsichtige Ansätze, zumindest nicht mehr iranisches Öl zu importieren. Nun stellt sich natürlich die Frage, was diese Sanktionen wirklich bewirken können. Dass Sanktionen weh tun, das steht außer Frage. Dass sie einem Regime viel Renommee kosten können, auch. Die iranische Landeswährung Rial ist im letzten Monat zeitweise um 50% eingebrochen, die Zentralbank in Teheran hat zunehmend Mühe, internationale Devisen aufzutreiben. Allerdings zeigen Beispiele der Vergangenheit, allen voran das Libyens, wo die Grenzen internationaler Sanktionen liegen. Auch wenn v.a. in Europa die internationale Isolierung längst als Allheilmittel gegen Diktatoren gepriesen wird, sollten die Erwartungen nicht zu groß sein. Wir wollen im Folgenden am Beispiel Qaddhafis einmal die Grenzen wirtschaftlicher Sanktionen aufzeigen.

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Zwischen Verstrickung und Angst: Der Libanon und die Revolution

Januar 24, 2012 in Christian Thuselt, Libanon, Syrien


„Nicht Iran, nicht Hizb-Allah, wir wollen einen gottesfürchtigen Muslim“ („la Iran, la Hizb-Allah, bidna Muslim iakhaf Allah“) lautet ein derzeit populärer Slogan der syrischen Revolution. Wie wir an anderer Stelle schon näher ausgeführt haben, tobt derzeit im Rahmen des Aufstandes in Syrien eine propagandistischen „Schlacht um die Symbole“. Wiewohl eine organisierte militärische Beteiligung libanesischer Akteure tendenziell eher unwahrscheinlich ist – aber für die Hizb-Allah auch keineswegs ausgeschlossen werden kann – existieren viele Formen libanesischer Involvierung in die Revolution im Nachbarland. Wir wollen einige davon hier aufzeigen.

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